21. Oktober 2020

Schreiben von
Herrn H. T.

Hallo und Guten Tag, Herr Woschei,


zunächst einmal vielen Dank für Ihre Infos.


Leider hatten Sie uns am Sonntag nicht angetroffen – wir hätten gerne mit Ihnen gesprochen.


[...]


Erstaunt waren wir ... über die Tatsache, dass Sie im anschließenden Rundschreiben zum Einen nur mich und nicht meine Frau angeschrieben haben und Sie sich zum Anderen gezielt an einen Senior „gewandt“ haben (welche Informationen waren Ihnen hier dienlich?).


Die Wahl fällt uns insoweit schwer, weil keiner der Kandidaten „Verwaltungserfahrung in einer Kommune“ mitbringt.


Gleichwohl neigen wir dazu – de facto bleibt es eine oberflächliche Betrachtung – dass die Argumente eher für Sie sprechen.


Auf Ihre Antwort würde sich freuen

H. T.

23. Oktober 2020

Meine Antwort an
Herrn H. T.

Sehr geehrter Herr T.,


zunächst vielen Dank für Ihre Nachricht, das Interesse an meiner Bewerbung um das Bügermeister-Amt und die Aussicht, dass ich mit Ihrer Stimme rechnen kann.


[...]


Nun zu den Fragen bezüglich meines Briefes an Sie persönlich. Bitte erlauben Sie mir hierzu zunächst einige grundsätzliche Feststellungen:


Eine wesentliche Grundlage unserer Demokratie sind freie, gleiche und geheime Wahlen. Und damit ein jeder Bürger sein Wahlrecht qualifiziert ausüben kann, bedarf es seiner Information über die Fakten und Persönlichkeiten, um die es bei der Wahl geht. Im Falle der anstehenden Bürgermeisterwahl sind das Informationen über die Kandidatin und die Kandidaten sowie deren Vorstellungen und Ideen, wie sie das Bürgermeisteramt ausfüllen wollen.


Damit sich die Kandidaten direkt an den Wähler richten können, hat das Bundesmeldegesetz im § 50 (Melderegisterauskünfte in besonderen Fällen) festgelegt, dass alleine zum Zwecke der Wahlwerbung und in einem eng begrenzten Zeitraum vor der Wahl diese Personen (bei anderen Wahlen sind das Parteien und Wählervereinigungen) die Namen und Adressen der Wählerinnen und Wähler erfragen dürfen. Das konkrete Geburtsdatum wird hierbei nicht mitgeteilt. Außerdem ist bestimmt, dass diese Informationen nach Gebrauch vernichtet werden. Dies ist bereits geschehen.

Des weiteren ist in dem Gesetz festgelegt, dass Sie einer Weitergabe Ihrer Daten widersprechen können. Dann hätte ich Ihre Adresse nicht erhalten und Ihnen keinen Brief geschrieben. Einen solchen Widerspruch können Sie übrigens auch jederzeit für zukünftige Wahlen bei der Stadtverwaltung einreichen.


Im Interesse von demokratischen Wahlen begrüße ich diese zusätzliche Möglichkeit, mich an meine Wählerinnen und Wähler zu wenden. Denn die anderen Möglichkeiten, mich bekanntzumachen und für meine Wahl zum Bürgermeister zu werben, (Zeitungsberichte, öffentliche Vorstellungen, Besuche an den Haustüren, Plakatwerbung …) erreichen bei weitem nicht alle Wählerinnen und Wähler. Und – wie oben schon festgestellt – kann nur der informierte Wähler fundiert darüber entscheiden, welchen Kandidaten er seine Stimme geben will.


Meinen Brief habe ich tatsächlich speziell an Wählerinnen und Wähler verschickt, die 70 Jahre alt oder älter sind. Der Text des Briefes berücksichtigt deshalb gerade die Interessen unserer älteren Bürger. Ich gehe davon aus, dass Ihre Frau jünger ist und deshalb nicht zu dem Empfängerkreis zählt.


Zu dem Thema der fehlenden „Verwaltungserfahrung in einer Kommune“ vertrete ich die Auffassung, dass Verwaltungen, ob nun im öffentlichen Dienst oder der Privatwirtschaft, in der Regel eine sehr ähnliche Organisation, Aufgaben und Zielrichtung haben. Verwaltung jeglicher Art dient im weitesten Sinne dazu, einer Unternehmung den organisatorischen Rahmen zu bieten, damit der Kunde das von ihm nachgefragte Produkt erhält.


Bei unserer Stadt sind das Personalausweise oder Meldebescheinigungen, Kindergärten oder Grünanlagen … Durch mein jahrelanges ehrenamtliches Engagement als Ratsherr und Vorsitzender des Bau- und Verkehrsausschusses bin ich mit den Verfahrensabläufen im Rathaus sehr wohl vertraut, auch wenn dies keine klassische Verwaltungstätigkeit ist.


Daher ist für Sie vielleicht ein Blick auf meine zurzeit ausgeübte hauptberufliche Tätigkeit hilfreich. Die Tätigkeit als Abteilungsleiter mit Personalverantwortung für 12 Kolleginnen und Kollegen in einem renommierten, modernen Medienunternehmen ermöglichen es mir, Verfahrensabläufe zu optimieren und Entwicklungspotentiale zu erkennen und diese dann zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umzusetzen. Dabei „erzeugen“ wir eine Leistung für unser Unternehmen, durch die die Endprodukte wie eine Wochenzeitung oder Zeitschriften erst möglich werden.


Im Übrigen bin ich überzeugt, dass die Arbeitsabläufe in der freien Wirtschaft, so wie ich sie heute tagtäglich praktiziere, auch die Arbeitsorganisation in unserem Rathaus befruchten könnte.


Wenn Sie noch weitere Informationen zu mir und meinen Ansichten benötigen, schauen Sie gern meine Website an unter www.dirk-woschei.de oder rufen Sie mich einfach unter Tel. 9766789 an.


Herzliche Grüße

Ihr Dirk Woschei


PS: [...]

24. Oktober 2020

Herr H. T.
antwortet mir

Sehr geehrter Herr Woschei,


herzlichen Dank für Ihre ausführlichen Informationen.


Als aktiver Schwimmsportler freue ich mich, dass Sie sich auch für unser historisches Schwimmbad einsetzen werden, in dem ich bereits schwimmen gelernt habe und das für viele Generationen vor und nach mir die einzige Schwimmhalle im gesamten Kreis war.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Bürgermeister-Wahl.


Freundliche Grüße


H. T.

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