20. September 2020

Schreiben von
J. M.

Hallo Herr Woschei,


mir gefallen Ihre Ansichten und Motivationen für das Amt als zukünftiger Bürgermeister.

Ich hätte zusätzlich folgende Anregungen: Wie sieht es mit der kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen Führung und Steuerung bei der Stadt Uetersen aus? Gibt es schon Doppik sowie ein Controlling? Wenn nein, würden Sie hierfür eintreten?


Ich habe oft das Gefühl, nicht nur in Uetersen, dass viele Leistungen möglicherweise nicht mehr zeitgemäß sind oder anders ausgeführt werden könnten. Oder aber das Umstellen von städtischen Fahrzeugen auf Elektrik?


Zum Thema Mobilität wünsche ich mir Entlastung der Hauptstrassen von parkenden Autos, die oft das vernünftige Durchfahren verhindern. Also im Prinzip dort dann Park- und Halteverbote. Statt dessen ein Citytaxi- oder Bussystem, ebenfalls elektrisch abgetrieben, kleinere Fahrzeuge, damit die Bürger natürlich schon attraktive Möglichkeiten haben, in die Stadt oder in die leider ausgelagerten Supermärkte zu gelangen.


Viel mehr Blumenwiesen, einen Verkehrskreisel am Ostbahnhof, einen interessanten Gastronomischen Treffpunkte für Jugendliche, wo sie auch gerne ihre Musik hören und dazu tanzen dürfen, da gibt es ja leider nichts mehr, so wie wir früher Café von Stamm hatten.


Ich bin tatsächlich nicht allzu tief in den Themen, vielleicht gibt es ja auch schon dazu Überlegungen. Vielleicht sprechen wir persönlich mal darüber.


Viele Grüße J.M.

06. Oktober 2020

Meine Anwort an
Herrn J. M.

Sehr geehrter Herr M.,


Zunächst bitte ich um Verständnis für die zeitliche Verzögerung meiner Antwort. Meine beruflichen und privaten Verpflichtungen sowie die sehr aufwändige Bürgermeisterwahl-Kampagne haben eine frühere Beantwortung nicht zugelassen.


Und vielen Dank für Ihr Interesse an meiner Bewerbung für das Bürgermeister-Amt. Ich freue mich, dass Ihnen meine Ansichten und Motivationen gefallen.


Doch nun zu Ihren Fragen und Anregungen:


In der Tat trifft Ihre Vermutung zu, dass die finanzielle Steuerung der Stadt – wie übrigens in fast allen schleswig-holsteinischen Gemeinden – seit einigen Jahren über ein Controllingssystem gemanagt wird. Damit wurde das vorherige System der Kameralistik abgelöst.


Die Stadt Uetersen verfügt somit bereits über ein modernes kommunales Finanzmanagement, so dass wir in dieser Beziehung tatsächlich bereits sehr gut aufgestellt sind.


Allerdings ist die damit verbundene neue Bewertung des städtischen Vermögens sowohl für die Verwaltung als auch für das kommunale Ehrenamt auch heute noch etwas gewöhnungsbedürftig.


Soweit Sie den Einsatz elektrisch betriebener Fahrzeuge im städtischen Fuhrpark ansprechen, kann ich Ihnen mitteilen, dass unser Bauhof bereits den Einsatz erster Elektro-Fahrzeuge testet. Als Bürgermeister stehe ich dafür, diesen Einsatz sinnvoll auszuweiten, wenn weitere Ersatz-Anschaffungen anstehen oder unsere Leasing-Verträge erneuert werden.


In Bezug auf den öffentlichen Parkraum sprechen Sie ein großes und auch kontrovers diskutiertes Thema an. Dabei ist sicherlich allen Bürgerinnen und Bürgern daran gelegen, dass auf unseren Hauptstraßen der Verkehr zügig und ohne große Behinderungen fließen kann.


Mir ist wichtig, dass bei Neubauten ausreichend Stellplätze auf dem eigenen Grundstück nachgewiesen werden und keine Befreiung davon genehmigt wird. So kann der öffentliche Straßenraum vom Parkverkehr mittel- bis langfristig entlastet werden. Die Entscheidung darüber trifft jedoch in letzter Instanz nicht die Verwaltung, sondern der Bau- und Verkehrsausschuss.


Als Pendler, der seit vielen Jahren täglich in die Hamburger Innenstadt mit Bus und Bahn fährt, kenne ich die Anliegen unserer vielen Pendler aus eigener Anschauung nur zu gut. Der Ausbau des Busverkehrs liegt auch mir sehr am Herzen. Zum Fahrplanwechsel im Winter kommt die Express-Buslinie vom Uetersener Buttermarkt zum Bahnhof Tornesch. Davon erhoffe ich mir eine spürbare Entlastung der Straßen, wenn mehr Menschen vom Auto auf den Bus umsteigen.


Unsere Kreisverkehrsgesellschaft (KViP) hat einen erneuten Versuch gestartet, Elektrobusse im Linienverkehr einzusetzen, sogar auf „unserer“ Linie von Uetersen nach Tornesch. Nach und nach sollte meiner Meinung nach die gesamte Linienbus-Flotte auf Elektro-Betrieb umgestellt werden.


Die Anlage weiterer Blühstreifen und Blühwiesen auf städtischem Boden werde ich als Bürgermeister weiter vorantreiben. Ich halte dies für einen sehr wichtigen Beitrag für den Artenschutz. Ich freue mich daher auch über die Initiative der vielen Privatpersonen, nicht zuletzt auch die Aktivitäten der „Freunde des Rosariums“, die sich sehr für den Schutz von Insekten und die Schaffung neuer Lebensräume einsetzen.


Die Einrichtung eines Kreisverkehrs an der Kreuzung Großer Sand / An der Klosterkoppel ist seit vielen Jahren im Gespräch. Auch im aktuell erarbeiteten Verkehrsentwicklungsplan, der den Kommunalpolitikern zur Entscheidung vorliegt, ist dieser vorgeschlagen. Ich befürworte die Umsetzung sehr und hoffe, dass ich als Bürgermeister die Politiker unserer Stadt überzeugen kann, die Umsetzung dieses Großvorhabens anzugehen.


Ich vertrete die Ansicht, dass in Uetersen Orte fehlen, an denen sich junge Menschen aufhalten und ihre Freizeit gestalten können können. Ich möchte zusammen mit den Jugendlichen einen Plan erarbeiten, was wir dafür tun können und die Vorstellungen der Jugendlichen dann auch umsetzen. Bei diesem Thema setze ich auch auf die Unterstützung durch das kommunale Ehrenamt.


Ich hoffe, ich konnte Ihre Fragen zufriedenstellend beantworten und freue mich, wenn Sie mich auch weiter in meiner Wahlkampagne begleiten. Gerne nehme ich auch Ihre Anregung auf, dass wir uns über die von Ihnen angesprochenen Themen auch persönlich austauschen. Rufen Sie mich gerne an.


Herzliche Grüße


Ihr Dirk Woschei

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