30. September 2020

Schreiben von
Frau R. R.

Sehr geehrter Herr Woschei,  


zunächst möchte ich Ihnen (auch wenn es ein paar Tage später ist) zu Ihrem Wahlergebnis gratulieren. 


Da ich mir noch nicht sicher bin, wem ich meine Stimme geben möchte, habe ich noch ein paar Fragen an Sie, die ich mir nach dem Durchlesen Ihrer Website sowie allgemeinem Informieren gestellt habe:  


Sie möchten Uetersen für alle lebens- und liebenswerter machen. Eine sehr schöne Idee, vor allem auch, dass an alle Generationen gedacht werden soll. Wir möchten Sie Ihr Ziel gerade für die jüngeren Leute hier erreichen? Wie soll Uetersen für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ansprechender und auch lebenswerter gemacht werden? Dass momentan eher weniger hier ist, ist ja kein großes Geheimnis.  


Im Bezug auf die Mobilität, vor allem den öffentlichen Verkehrsmitteln, wurde auch in verschiedenen Wahlkämpfen die Bahnlinie Uetersen-Tornesch und eine eventuelle Verlängerung dazu ins Spiel gebracht. Was ist Ihre Meinung dazu? Wie würden Sie bei diesem Thema vorgehen? (Falls Sie dies schon irgendwo erwähnt hatten und ich es irgendwie überlesen hatte freue ich mich natürlich über einen Hinweis).  


Über eine Rückantwort würde ich mich freuen.  


Mit freundlichen Grüßen 

R. R.

12. November 2020

Meine Antwort an
Frau R. R.

Sehr geehrte Frau R.,


zunächst vielen Dank für Ihre Nachricht, Ihre Glückwünsche und das Interesse an meiner Bewerbung um das Bürgermeister-Amt. Des weiteren bitte ich um Verständnis für die verzögerte Antwort. Berufliche wie private Verpflichtungen sowie die sehr aufwändige Bürgermeisterwahl Kampagne ließen eine frühere Beantwortung nicht zu.


Doch nun zu Ihren Ausführungen:

Bei der Fragen nach den konkreten Lebensbedingungen gerade für junge Menschen, stehen in der öffentlichen Diskussion oft Fragen nach der Freizeitgestaltung im Vordergrund. Bei meinem Besuch bei den Sportvereinen konnte ich mich davon überzeugen, dass dort gerade für junge Leute ein breites Angebot bereit gehalten wird, in dem sich auch sehr viele Jugendliche engagieren. Außerdem unterstützt die Stadt Uetersen weiterhin das Projekt Midnightsports, das Jugendlichen zu später Stunde noch einen Treffpunkt bietet.


Auch in Sachen Musik (Chorknaben und andere Chöre), Kunst und Kultur (z. B. im KunsTraum, Hagebuttenbühne,...) und Hobby (Eisenbahner, Modellbauer, Rollenspielclub,...) wird einiges geboten, wo Jugendliche sich beweisen und verwirklichen können.


Und auch unsere Jugendfeuerwehr bietet jungen Leuten alle Möglichkeiten zum Erwerb sowohl technischer und handwerklicher Kompetenz wie auch das Erlebnis einer auf Dauer angelegten Kameradschaft.


Was tatsächlich jedoch zu kurz kommt, ist ein offenes Angebot, in dem Jugendliche sich ohne Anleitung von Erwachsenen treffen können. Sie haben vielleicht verfolgt, dass lange Zeit ein Jugendcafé im Gespräch war. Dies scheiterte letztlich daran, dass es keine Jugendlichen oder junge Erwachsenen gab, um konstant die Betreuung zu übernehmen. Wenn es um solche Angebote der Freizeitgestaltung geht, möchte ich gern Lösungen zusammen mit den jungen Leuten entwickeln. Dazu werde ich in die Schulen gehen und projektbezogen die Ideen der Jugendlichen einbeziehen. Ich will nicht nur für sie, sondern auch mit ihnen gemeinsam diese Dinge erarbeiten. Denn sie sind die Betroffenen und wissen am besten, was benötigt wird.


Vor allem ist mir jedoch wichtig, dass den Jugendlichen nach dem Schulabschluss eine Perspektive geboten wird und sie in ihrer Heimatstadt ein möglichst breit gefächertes Angebot an Ausbildungsplätzen erhalten. Im Anschluss an die Ausbildung muss ein breites und vielfältiges Angebot an qualifizierten Arbeitsplätzen folgen.


Damit die jungen Leute hier bei uns ihren Lebensmittelpunkt beibehalten, hier vielleicht auch eine Familie gründen, muss sichergestellt werden, dass wir wieder mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen. Somit stehen die Themen Wirtschaftsförderung und Schaffung von bezahlbarem Wohnraum bei mir ganz oben auf der Agenda.


Wenn wir es also schaffen, Ausbildung, Wohnen und Anbindung an die Metropolregion in Uetersen zu verwirklichen ist meine Erwartung, dass auch junge Erwachsene wieder mehr in Uetersen bleiben. Wenn meine Ideen erfolgreich sind und diese jungen Leute in Uetersen bleiben, kann auch ein offenes Freizeitangebot für Jugendliche viel besser erhalten bleiben. Meine grundlegenden Gedanken hierzu finden Sie auf meiner Homepage.


Ihre Frage zum Öffentlichen Personennahverkehr möchte ich wie folgt beantworten: Eine attraktive ÖPNV-Verbindung in Richtung Hamburg ist die Voraussetzung für eine zukunftsweisende Neuorientierung des auf Pkw-Nutzung ausgerichteten Individualverkehrs. Bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember erhalten wir eine direkte Buslinie vom Uetersener Buttermarkt zum Tornescher Bahnhof. Das ist ein erster kurzfristiger Schritt in die richtige Richtung, werden dadurch doch unsere vielen Bahn-Pendler unterstützt und hier ein noch attraktiveres Angebot geschaffen.


Die Einführung einer Bahn-Anbindung im Pendelbetrieb Uetersen-Tornesch wurde ja gerade zunächst verworfen. Der Grund war der zu geringe volkswirtschaftliche Nutzen, der in einer wissenschaftlichen Untersuchung festgestellt wurde. Eine kurzfristige Umsetzung dieses Planes dürfte daher für die nächsten Jahre ausscheiden.


Es folgen aber weitere Machbarkeitsstudien. Hierin soll überprüft werden, wie sich die mögliche Nutzung bei einer direkten Verbindung der Züge nach Pinneberg und Hamburg darstellen würde. Verbunden mit einer Verlängerung der Linie bis in die Innenstadt (Uetersen-Finkenbrook) wäre dies meiner Meinung nach die für Uetersen interessantere Variante. Aufgrund der jetzt bereits sehr hohen Streckenauslastung und des bisher fehlenden dritten Gleises zwischen Elmshorn und Hamburg handelt es sich hierbei um ein sehr langfristiges Vorhaben. Weiterführende Informationen finden Sie hier: https://www.nah.sh/de/themen/projekte/verbesserter-oepnv-zwischen-tornesch-und-uetersen/.


Ich hoffe, dass meine Antworten Ihnen weiterhelfen und bin gerne zu einem weiteren Dialog bereit.


Herzliche Grüße

Ihr Dirk Woschei

© 2020 – Dirk Woschei. Alle Rechte vorbehalten.